Noli me tangere!

Noli me tangere!
Noli me tangere!
 
Im 20. Kapitel des Johannesevangeliums wird berichtet, dass Jesus nach der Auferstehung der weinenden Maria Magdalena am leeren Grab erschienen ist. Er, den sie zunächst für einen Gärtner gehalten hatte, spricht sie mit den Worten an: »Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater.« (20, 7) Die Worte des Berührungsverbots wurden in der lateinischen Form der Vulgata (noli me tangere) populär. In der bildenden Kunst (besonders in der Malerei des 14. bis 17. Jahrhunderts) versteht man unter einem »Nolimetangere« die Darstellung der Erscheinung des auferstandenen Christus mit Maria Magdalena vor dem leeren Grab. Auch eine Pflanze verdankt ihren Namen den an Maria Magdalena gerichteten Christusworten: Eine Art des »Springkrauts« wird auch »Nolimetangere« oder »Rührmichnichtan« genannt, weil ihre Kapselfrüchte bei Berührung aufspringen (und die Samen ausschleudern).

Universal-Lexikon. 2012.

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